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Was war jetzt noch mal Ökostrom?

Was ist denn nun eigentlich Ökostrom? Anscheinend für viele Deutsche immer noch ein Fremdwort.

 

 

Eine leicht verständliche Definition ist auf Wikipedia zu finden und lautet:
„Mit dem Begriff Ökostrom wird elektrische Energie bezeichnet, die auf ökologisch vertretbare Weise aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird. Dies geschieht in Abgrenzung insbesondere zu Kernkraft, Kohle und Öl, aber auch zu Mammutprojekten im Bereich der Wasserkraft wie dem Drei-Schluchten-Staudamm in China.

Auch die elektrische Energie eines Stromanbieters, der seine Kunden ausschließlich aus umweltschonenden Energiequellen versorgt, wird Ökostrom genannt.“

 

Im Gegensatz zu konventionellem Strom, der aus einer Mischung von fossilen Brennstoffen, Kernspaltung und einem kleinen Teil erneuerbaren Energien gewonnen wird, versteht man unter Ökostrom Energie, die ausschließlich aus regenerativen Energiequellen stammt. Ökostrom wird aus folgenden Quellen gewonnen:

  • Wasserkraft: Die Strömungsenergie von fließendem Wasser wird über Maschinen in Energie umgesetzt.
  • Biomasse: Nachwachsende Rohstoffe und organischer Abfall werden verbrannt und somit in Energie umgewandelt.
  • Windkraft: Windenergie wird durch Windkraftanlagen in Energie umgewandelt.
  • Sonnenenergie: Solar Strom wird durch die Nutzung der Strahlung und Wärme der Sonne gewonnen.

 

Durch den vermehrten Gebrauch von Ökostrom soll vor allem der Anteil an produziertem CO² je erzeugter Kilowattstunde abnehmen. Jedoch ist es wichtig zu erwähnen, dass alle Stromanbieter in das gleiche Netz, den so genannten „Stromsee“ einspeisen und somit bei Ökostromkunden im physikalischen Sinne nichts anderes ankommt, als bei den Verbrauchern von konventionellem Strom. Sinn und Zweck des Ökostroms ist es daher, den im Stromsee enthaltenen Anteil an regenerativen Energien zu erhöhen und so einen umweltfreundlicheren Strommix in allen deutschen Haushalten zu erreichen.

 

Der erste entscheidende Aspekt von Ökostrom ist die Unterscheidung zwischen mengengleicher und zeitgleicher Stromversorgung. Mengengleich heißt, dass über ein Jahr genauso viel Menge in das Stromnetz eingespeist wird wie aus dem Stromnetz entnommen wurde. Die zeitgleiche Versorgung bedeutet, dass in jeder Sekunde genau die Menge Strom eingespeist wird, die auch entnommen wird. Wichtig ist vor allem zu erwähnen, dass der Stromverbrauch im Laufe des Tages schwankt. Stromspitzen gibt es zum Beispiel morgens, mittags und abends aufgrund von Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Der Stromverbrauch ist zu diesen Tageszeiten also wesentlich höher. Gibt nun ein Versorger eine Strommischung von nur (100%) Wasserkraft an, welcher mengengleich eingespeist wird, erhält der Kunde zu Spitzenzeiten einen Stromanteil dessen Herkunft unbekannt ist. Ein Versorger, der seinen Strom jedoch zeitgleich einspeist, kann fast sicher garantieren, dass sein Strom wirklich nur aus dem angebotenen Energiemix besteht.

 

Leider basiert der Großteil der Ökostrom-Angebote nicht auf solchen direkten Lieferbezügen, sondern auf RECS-Zertifikaten. Die Erklärung dieser Zertifikate würde allerdings zu weit führen, folgt aber ganz bestimmt noch zu einem anderen Zeitpunkt.

 

Der Bau und die Inbetriebnahme neuer regenerativer Anlagen ist der zweite wichtige Aspekt in Bezug auf Ökostrom. Nur so können dauerhaft die konventionellen Kraftwerke vom Markt verdrängt werden.
Ein ideales Ökostromprodukt basiert demnach auf einer zeitgleichen Belieferung der Kunden aus bereits bestehenden regenerativen Kraftwerken und einer möglichst hohen Förderung des Ausbaus der Erzeugungskapazität. Beispiele hierfür wären unter anderem Greenpeace energy, Naturstrom AG, Lichtblick und Die Strommixer GmbH.

 

Lange Rede kurzer Sinn: Nicht überall wo Öko draufsteht ist auch Öko drin. Aber das wussten wir ja eh schon alle. Gut ist dennoch zu wissen, dass es den tatsächlichen Ökostrom gibt und dass er für jedermann zu erwerben ist.

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